MARKTGEMEINDEAMT ANGER
Südtiroler Platz 3, 8184 Anger
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» Verbot von Feuerentzünden
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Verbot von Feuerentzünden

und Rauchen im Wald in Zeiten besonderer Gefahr. Die Verordnung tritt mit 20.06.2017 in Kraft.

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Rot-Kreuz-Blutspendeaktion

Am Sonntag, dem 27.08.2017 findet von 08:00 bis 12:00 Uhr eine Blutspendeaktion bei der Freiwilligen Feuerwehr Anger, Florianiweg 10, 8184 Anger, statt.

Geschichte bis zur Neuzeit

2. und 3. nachchristl. Jhdt.

Mehrere erhaltene Grabsteine (Südostseite der Pfarrkiche aus dem Jahre 1866) geben Zeugnis von der römischen Herrschaft in der Pfarre Anger.

2. Hälfte. 6. Jhdt.

Die Slawen dringen in die Steiermark ein und lassen sich vor allem auf schon urbar gemachten Landstrichen nieder. Eine slawische Siedlung befindet sich aller Wahrscheinlichkeit nach in Fresen (= Birkenau). Slawisch ist auch der Zetz (= Holzschlag). Auf slawische Siedler deutet auch der Name der das Pfarrgebiet durchschneidenen Feistritz, der übersetzt soviel heisst wie „reissender Bach“.

860 - König Ludwig der Deutsche schenkt dem Erzbistum Salzburg mehrere Gutshöfe, darunter auch den grossen Gebietskomplex der sich vom Weizbach bis zur Feistritz (Waxenegg) und vom Kulm bis zum Patschaberg und Zetz erstreckt. Eine erste Kolonisierung des Gebietes wird durch den Einbruch der Ungarn gegen Ende des 9. Jahrhunderts jäh beendet.

1042 – 1044 - In den Feldzügen König Heinrichs III. wird die Ostgrenze des Reichsgebietes bis zur Lafnitz vorgeschoben. Sie bleibt mit kurzen Unterbrechungen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Grenzfluss zu Ungarn

1217 - Waxenegg findet als „Wesseneck“ erstmals urkundlich Erwähnung. Der Name der Burg deutet auf die Lage hin und heisst soviel wie Scharfenegg („wachs“ im Sinne von „scharf“ wird ja heute noch umgangssprachlich verwendet).

Die Nennung der Burg im Jahre 1217 ist der früheste urkundliche Beleg des gesamten Bereiches um Anger und auch des oberen Feistritztales. Waxenegg wird zum Ausgangspunkt für die Kolonisierung des westlichen Teiles des oberen Feistritztales und ist später Zentrum eines Landgerichtes, das von Anger bis zur niederösterreichischen Grenze reicht.

Damit repräsentiert Waxenegg auch politische Macht. Ziemlich sicher entwickelt sich am Talboden bald auch schon eine Burgunter- siedlung: Anger. Mit Handwerkern, herrschaftlichem Meierhof, Mühle, Säge, Schmiede, Taferne und eine Kirche.

1364  - Im März wird Anger erstmals urkundlich erwähnt.

1379 - Die dem hl. Andreas geweihte Angerer Kirche erhält pfarrliche Rechte.

1389 - Anger wird erstmals als Markt bezeichnet.

1458 - Nach einem Grossbrand, bei dem auch alle Urkunden verbrannten, erhält Anger durch Kaiser Friedrich III. seine alten Privilegien neu bestätigt. Demnach durften „die Bürger dieses Ortes in allen Fürstentüm- ern Österreichs freien Handel und Wandel üben, gleich anderen Städten und Märkten des Landes Steier“. Die Privilegien werden zur Absicherung auch in späterer Zeit immer wieder neu bestätigt.

1480 - Die am Grazer Dom abge- bildeten Gottesplagen scheinen auch vor der Pfarre Anger nicht Halt gemacht zu haben. Die Pest dezimiert die Bevölkerung erheb- lich. Einzelne Bauernhäuser ste- hen leer und nördlich von Anger verödet eine ganze Siedlung (Uczendorf). Sie wird nicht mehr wiederbesiedelt.

1507 - Das Steinpeisshaus oder Freihaus gelangt an die Freiherrn von Teuffenbach zu Mayerhofen, die das Haus um 1600 neu erbau- en und es mit der Pfarrkirche durch einen auf Schwibbögen errichteten Gang verbinden.

1517 - Die am Westportal der Vierzehn-Nothelfer-Kirche einge- meisselte Jahreszahl deutet auf das Bestehen der Kirche schon in vorreformatorischer Zeit hin.

1528 - Anlässlich der landesfürst- lichen Visitation wird die Pfarrbe- völkerung als „ains im Glauben“ beschrieben. Niemand bekannte sich zur lutherischen Lehre.

1553 - Eine kunsthistorische Rarität stellt das auf Holz gemalte Epitaph des Angerer Marktricht- ers und Schuhmachermeisters Lorenz Gigler in der Turmkapelle der Pfarrkirche dar. Es zeigt den Genannten mit seinen drei Frau- en und insgesamt 24 Kindern. 

1556 - Im Markt Anger stehen 23 Häuser.

Neuzeit bis zum 20.Jahrhundert

1571 - Nach dem Tod Georg Kleindienst, der Waxenegg zu einer Wohnburg ausgebaut und wesentlich erweitert hatte, erfolgt eine Teilung der Herrschaft Waxenegg, wodurch die ehemals räumlich weitläufige Herrschaft zu einer überschaubaren Grösse schrumpfte. Neu entstanden war durch diese Teilung die Herrschaft Birkenstein mit Schloss Birkenstein in Birkfeld als Herrschaftssitz

1585 - Der Seckauer Bischof Martin Brenner visitiert im Herbst die Pfarre Anger. Er findet einen verheirateten Pfarrer vor, der die Kommunion in beiderlei Gestalt reicht.

1617 - Anlässlich der Visitation Bischof Eberleins wird angeordet, dass der im Pfarrhof stehende Pranger zu entfernen sei. Er diente als Strafe vorwiegend für Ehebrecher

1650 - Im Markt werden 18 verschiedene Berufe gezählt. Darunter waren Lederer, Leinweber und Hafner, Bäcker, Tuchmacher, Fleischhauer und Schmiede. Ab dem Beginn des 18. Jahrhunderts erlangte das Leinweberhandwerk besondere Bedeutung.

1663 - Durch Kauf gelangt die Herrschaft Waxenegg mitsamt den beiden Burgen und den Untertanen in den Besitz der Freiherrn und späteren Grafen von Webersberg, die ein Jahrhundert lang als Burg- und Herrschaftsinhaber fungieren. 

1708-1711 - Die Pfarrkirche wird von dem St. Ruprechter Baumeister Lorenz Stattaler neu errichtet. Lediglich der Turmunterbau der alten Kirche bleibt bestehen.

1713-1714 - Eine Pestepidemie rund um die Pfarre Anger führt zu zahlreichen Todesopfern. Anger selbst wird nicht heimgesucht.

1723 - Die Waxenegger Herrschaftsverwaltung wird in den Markt verlegt, da die Burg unwohnlich wurde und beinahe keinen Komfort mehr bot.

1741 - Die wahrscheinlich schwerste Seuche sucht die Pfarre heim. Innerhalb von nur drei Monaten sterben insgesamt 238 Personen an der roten Ruhr – grossteils Kinder und Jugendliche

1761 - Nach dem Aussterben der Webersberg ersteigert Johann Graf Khevenhüller- Metsch die Herrschaft Waxenegg und zieht die Verwaltung nach Thannhausen, das schon längere Zeit im Besitz dieser Familie war.

1772 - Am Hochaltar der Pfarrkirche wird ein Bild des hl. Andreas von Joseph Adam Mölck angebracht.

1787 - Im Zuge der josephinischen Pfarregulierung wird Heilbrunn selbständige Pfarre. Die Pfarre Anger verliert an die Pfarre Heilbrunn die Innere Naintsch.

1799 - Neuer Besitzer Waxeneggs wird Karl August Fürst von Bretzenheim.

1806 - Ferdinand Reichsfreiherr von Gudenus erwirbt Waxenegg und das Steinpeißhaus in Anger.

1848 - Die Aufhebung der Grunduntertänigkeit macht Bauern und Bürger zu persönlich freien Eigentümern ihres Besitzes. Die Agenden der Herrschaft übernimmt die neu geschaffene Ortsgemeinde. Aus den Dorf- und Marktrichtern werden Gemeindevorsteher und Bürgermeister.

1884 - Ehemalige Soldaten der k. u. k. Armee gründen den „Franz Graf Wurmbrand-Stuppacher Militär-Veteranenverein Anger“. Es ist dies der erste behördlich genehmigte Verein der Pfarre. 1888 folgt die Freiwillige Feuerwehr Anger und 1897 der „Angerer Musikverein“.

1890 - Anger wird als Sommerfrischeort gepriesen. Unzählige Gäste – vor allem aus Ungarn – besuchen den Ort. Im Markt zählt man fünf Gasthäuser, die immerhin schon 21 Gästebetten anzubieten haben. Zu den prominentesten Urlaubsgästen zählt der ungarische Musiker und Komponist Béla Bartók, der 1921 hier weilte.

1891 - Alois Thaller errichtet bei seiner Mühle an der Feistritz ein Elektrizitätswerk und schafft die Voraussetzung für die erste Marktbeleuchtung am Hauptplatz.

 

Geschichte des 20.Jahrhunderts

1911 - Mit der Inbetriebnahme der Feistritztalbahn wird die Region verkehrsmässig erschlossen und erlebt neben einem deutlichen Bevölkerungszuwachs auch wirtschaftliche Impulse.

1914 - Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird Anger Garnisonsdorf. Hunderte Soldaten ziehen von hier aus ins Feld.

1916 - Die Kirchen der Pfarre verlieren zufolge der Metallrequirierungen elf Glocken.

1918 - Mit Kriegsende haben die Gemeinden 110 Gefallene und 5 Vermisste zu beklagen.

20er Jahre - Die Sommergäste kleiden sich während ihres Urlaubes in Anger gerne neu ein. Die in Anger erzeugten graugrünen steirischen Lodenjoppen werden weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus exportiert. Sprichwörtlich ist in dieser Zeit die Geselligkeit der Angerer und ihr Kartenspiel, das man hier  so erzählt man  zu besonderer Vollendung bringt.

1934 - Am 25. Juli beteiligen sich Angerer Nationalsozialisten am Juli-Putsch und besetzen kurzerhand Gendarmerieposten, Post und Gemeinde. Während mehrere Burschen zu Gefängnisstrassen verurteilt werden, gelingt einigen die Flucht nach Bayern.

1938 - Am 12. März wird unser Land Hitler-Deutschland angeschlossen. Einen Monat später sprechen sich von 2.500 Stimmberechtigten der Gemeinden der Pfarre 2.495 für den Anschluss aus.

1938 - In der Turmkapelle der Pfarrkirche werden gotische Fresken freigelegt. Sie stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und geben verschiedene lehrreiche, Bibelstellen nachempfundene, Szenen wieder.

1939-1945 - Der Zweite Weltkrieg fordert in den fünf Gemeinden der Pfarre 147 Gefallene und 19 Vermisste.

1944 - Am 8. Februar fallen die ersten Bomben auf Angerer Ortsgebiet. Alliierte und sowjetische Bombenflugzeuge werden in den letzten Kriegsmonaten zur Alltäglichkeit. Immer wieder sind auch Tote zu beklagen.

1945 - Am 8. Mai endet der furchtbare Zweite Weltkrieg. Tags darauf ziehen Soldaten der Roten Armee in Anger ein. Sie bleiben bis Ende Juli und werden von britischen Besatzungstruppen abgelöst.

1956 - Im Oktober sind im Pfarrbereich mehr als 2000 ungarische Flüchtlinge untergebracht. Sie hatten nach Niederringung des Volksaufstandes ihre Heimat verlassen.

1964 - Im Sommer feiert man 600 Jahre Anger. Zu diesem Anlass wird nicht nur eine neue Linde am Südtirolerplatz gepflanzt, es erscheint auch die erste Ortsgeschichte.

1977 - Am 4. November übergibt der damalige Landesrat Dr. Josef Krainer die fertiggestellte Umfahrungsstrasse dem Verkehr. Sie sorgt vor allem für eine Verkehrsberuhigung im Markt Anger.

1985 - Auf Einladung der Gemeinden und der Kulturreferenten der Pfarre Anger besucht Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger am 4. Juni Anger.

1990 - Die Gemeinden der Pfarre schliessen sich infolge der schrecklichen Ereignisse in Rumänien spontan zu einer Hilfsgemeinschaft zusammen und unterstützen Zavoi im Banater Bergland. 1992 wird man im kriegserschütterten Kroatien hilfreich tätig.

1993 - Im Amtshaus und in der Filialkirche wird die Ausstellung Die vierzehn Nothelfer so zu Anger und in den Alpenländern gezeigt. Rund 8.000 Besucher konnten bei der gelungenen Ausstellung gezählt werden.

1995 - Angespornt durch diesen Erfolg wagen sich die Kulturverantwortlichen an eine weitere Dokumentation, die dem Thema 1945  1995. 50 Jahre Frieden gewidmet wird. Die im Amtshaus und in den Räumlichkeiten der Raiffeisenbank präsentierte Schau wird von der Bevölkerung mit grossem Interesse wahrgenommen.

1997 - Am 28. Mai erscheint die zweibändige Geschichte der Gemeinden der Pfarre Anger. Sie umfasst insgesamt 1534 Seiten mit rund 970 Abbildungen.