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Ist Gesundheit auch Männersache?

Dr. Yas Razmara, Urologin und Andrologin (Graz)

In ihrem Vortrag am 2. Februar wies Frau Dr. Yas Razmara, Urologin und Andrologin aus Graz nachdrücklich darauf hin, dass „Gesundheit auch Männersache“ ist, da laut Statistiken zwar Frauen sich mehr um die Gesundheit kümmern, beim „starken“ Geschlecht aber gerade die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen beim Prostatakrebs trotz aller Angebote für Vorsorgeuntersuchungen noch immer im Steigen ist und mit Abstand die häufigste Krebserkrankung der Männer darstellt (rund 4800 Neuerkrankungen jährlich und rund 1200 Sterbefälle!!!).

Durch regelmäßige Untersuchungen – ab dem 45. Lebensjahr sollte man einmal jährlich diese Untersuchung „über sich ergehen lassen“ – kann zwar der Ausbruch der Erkrankung nicht verhindert werden, man kann aber in einem Frühstadium gezielt behandeln und erreicht dabei eine rund 80%ige Heilungsrate!

Was ist eigentlich die Prostata und wo befindet sie sich?

Sie sitzt am Ausgang der Blase und umschließt wie ein Muskel den Harnleiter. Sie ist eine aus 2 Lappen bestehende walnussgroße Drüse und erzeugt Prostatasekret als Medium für die Spermien.

BPH – benigne Prostatahyperplasie:
Im fortschreitenden Alter des Mannes kommt es bei jedem 2. Mann zwischen 40 und 60 zu gutartigen Vergrößerungen der Prostata (Prostataadenom), die zu vielerlei Beschwerden führen (verzögerter Harnfluss bei oft gleichzeitigem dauerndem Harndrang, Restharn in der Blase, Störungen der Nachtruhe uvm.)
Da dieses Zellwachstum meist im Zentrum der Prostata stattfindet und Tumore zu 80-90 % in den Randzonen entstehen muss zwar aus dem gutartigen Gewächs nicht zwangsläufig ein bösartiges werden, dennoch gehört die BPH beobachtet (und fast immer behandelt), wobei man in der Behandlung neben wirksamen chemischen Substanzen (Finasterid) auch auf pflanzliche Produkte (Brennessel, Preiselbeeren, Weidenröschen, Kürbiskerne, uvm.) zurückgreifen kann.

Wie funktioniert eine Vorsorgeuntersuchung?

Bei einer Blutabnahme wird der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) gemessen, der altersabhängig ansteigen kann. Da Krebszellen aber imstande sind, die 10-fache Menge des PSA normaler Prostatazellen zu erzeugen ist dieser Wert ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Krebserkrankung.
Mindestens genauso wichtig ist die Digitale Rektale Untersuchung (DRU), bei der der Arzt mit dem Finger durch die Mastdarmwand die Prostata ertastet. Dabei wird sowohl die Größe als auch die Konsistenz (weich-hart), die Abgrenzbarkeit und Druckschmerzhaftigkeit beurteilt. Ein erfahrener Urologe kann meist schon bei dieser Untersuchung einen ev. Tumor ertasten.
Zusätzlich wird die Prostata (samt Blase und Harnwegen) sonografiert (Ultraschalluntersuchung).
Zur Absicherung einer Krebsdiagnose werden dann in einer Biopsie bis zu 20 Gewebeproben entnommen (heraus gestanzt), die auf das Vorhandensein von Krebszellen untersucht werden.

Krebstherapie:
An Behandlungsmethoden steht - abhängig vom Fortschritt der Erkrankung - die operative Entfernung des Tumors mit/ohne nachfolgende Chemotherapie bzw. Strahlen­therapie zur Verfügung. Während bei 40 – 60Jährigen 1 von 45 Männern an Prostatakrebs erkrankt ist das Risiko zwischen 60 und 80 schon bei 1 von 7 (!) Männern erheblich erhöht. Auch nach einer erfolgreichen Entfernung ist eine lebenslange Kontrolle notwendig - diese erfolgt zum Teil über PSA-Bestimmung und Ultraschall, zum  Teil auch über CT (Computertomographie) bzw. MRT (Magnetresonanztomographie).

Vorsorge???
Primär ein gesunder Lebensstil, da das Risiko für (alle!) Krebserkrankungen von vielen Faktoren (Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhter Tabak- und Alkoholkonsum) abhängig und damit beeinflussbar ist! Wie das Foto zeigt kommen nicht mehr nur Frauen zu den Gesundheitsvorträgen, auch die Männer legen vermehrt Wert auf ihre Gesundheit. 

http://www.anger.gv.at/data/image/thumpnail/image.php?image=144/gemeinde_anger_vortrag02022016_article_3565_0.jpg&width=768

Diesmal kamen auch viele interessierte Männer...

http://www.anger.gv.at/data/image/thumpnail/image.php?image=144/gemeinde_anger_article_3565_1.jpg&width=768

Die Prostata zwischen Blase und Harnleiter