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Brusterkrankungen

was Sie darüber wissen sollten...

UND – WAS WISSEN SIE WIRKLICH DARÜBER?

Mag. Herbert Ribul

In ihrem Vortrag am 13.April führte uns Frau Dr. Thiel, Leiterin des Brustgesundheitszentrums Weiz in die Problematik der aktuellen Vorsorgeuntersuchung für Frauen ein.

Während im „alten System“ die Hausärzte/innen die Frauen per Überweisung (regelmäßig) zum Frauenarzt schickten, der dann eine radiologische Untersuchung der Brust (Mammographie) anordnete bekommen heute die Frauen direkt von der Sozialversicherung ab dem 40.Lebensjahr in Abständen von 2 und mehr Jahren eine „Einladung“ zu einer Gesundenuntersuchung, der leider viele nicht nachkom­men, weil sie irgendwie zu unverbindlich klingt.
Der große Vorteil des Brustgesundheitszentrums Weiz: die Frauenfacharztordination befindet sich nur ein Stockwerk über der Radiologie – damit sind alle notwendigen Elemente einer hochqualitativen Vorsorgeuntersuchung unter einem Dach; Sie müssen nicht von einer Ordination zur anderen „pilgern“, bis Sie alle Befunde beisammen haben…!

Bereits im Vortrag der Urologin Dr. Razmara erfuhren wir, dass der Brustkrebs (Mammakarzinom) mit rund 30% die häufigste Krebserkrankung der Frauen ist (bei Männern steht der Prostatakrebs mit 29% an der Spitze) – weit vor Lungenkrebs, Unterleibskrebs u.a.

Die weibliche Brust besteht aus dem milchproduzierenden Drüsengewebe und den Milchgängen, über die die Milch zur Brustwarze gelangt. Brustkrebs ist eine bösartige Veränderung des Brustgewebes. Man weiß heute auch, dass es ein spezifisches Gen (Chromosomen) gibt, das zu einer Vervielfachung des Brustkrebsrisikos führt – die amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie hat durch die Bekanntgabe der Entfernung ihrer Brüste und ihrer Eierstöcke in der Öffentlichkeit plakativ darauf aufmerksam gemacht. Dieses Gen kann über Generationen innerhalb einer Familie übertragen werden; auch wenn die Wahrscheinlichkeit, es vom Vater übertragen zu bekommen relativ gering ist wird es zumeist von Müttern auf ihre Töchter übertragen. Das Vorhandensein dieses Gens ist an sich noch kein „Todesurteil“, das Wissen darüber sollte aber zu regelmäßigen Kontrollen führen, um eventuelle Krebserkrankungen möglichst früh erkennen und einer gezielten Behandlung zuführen zu können.

Diagnostik von Brusterkrankungen???

An erster Stelle stehen regelmäßige Eigenunter­suchungen durch Abtasten der Brust auf Verän­der­ungen (Knoten). Wenn sie solche ertasten sollten sie dann abgeklärt werden, wobei viele Knoten aus Fett- oder Bindegewebe bestehen können und zumeist harmlos sind.

Die Diagnostik der Brustkrebserkrankung ist bereits so hoch entwickelt, dass eigentlich nur mehr ganz wenige Frauen, bei denen die Erkrankung schon sehr weit fortgeschritten ist und der Krebs schon in anderen Organen Tochterzellen (Metastasen) gebildet hat daran sterben müssten. Wie Frau Dr. Thiel aus ihrer Praxis berichtet hat liegt die Überlebensrate – bei rechtzeitiger Behandlung – schon bei mehr als 85%! Das heißt, diese Frauen LEBEN mit der behandelten Krebserkrankung und sterben Jahre später oft an ganz „normalen“ Todesursachen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es???

Krebserkrankungen, die auf eine Hormontherapie ansprechen können (relativ unkompliziert) mit Tabletten behandelt werden. Darüber hinaus gibt es das gesamte Spektrum moderner chirurgischer, chemotherapeutischer und radiologischer Maßnahmen. In vielen Fällen ist nach der chirurgischen Entfernung des Tumors nachfolgend auch noch eine Chemotherapie und/oder auch eine Strahlentherapie notwendig, um möglichst alle Tumorzellen abzutöten.
Während früher bei einem chirurgischen Eingriff meist alle Lymphknoten sicherheitshalber mit entfernt wurden weiß man heute, dass es einen spezifischen „Wächterknoten“ in der Achselhöhle gibt, der direkt mit der Brust kommuniziert. Diesen findet man durch einen in die Brust eingebrachten blauen Farbstoff, der relativ bald den Lymphknoten blau färbt und es ermöglicht, die restlichen Knoten, die ja für den Stoffwechsel und die Entgiftung des Körpers wichtige Funktionen ausüben im Körper zu belassen.

Bei der chirurgischen Tumorentfernung wird heute nach Möglichkeit brustschonend und brusterhaltend operiert. Totalentfernungen der Brust sind nur notwendig, wenn der Krebs in der oberen Hälfte der Brust angesiedelt ist und schon eine gewisse Größe erreicht hat. Auch hier gibt es postoperativ einen chiroplastischen Brustaufbau – in Erprobung ist ein Ersatz durch körpereigenes Fettgewebe, das aus fettreichen Regionen (Hüfte, Bauch, Gesäß) entnommen und in die Brust eingebracht wird. Dies hat den Vorteil, dass kein körperfremdes Material (z.B. Silikon) verwendet werden muss, das dann zu Abstoßreaktionen führen kann.

Auf die Frage einer Zuhörerin bezüglich der Dauer einer Brustkrebserkrankung bis zur Wiederaufnahme eines normalen Alltags- und Berufslebens erklärte Frau Dr. Thiel, dass man einen Zeitraum von rund 1 Jahr bis zur völligen Wiederherstellung einkalkulieren sollte, wenn mehrere Behandlungsmaßnahmen notwendig waren. Auch die psychische Situation bedarf dabei unbedingt einer psychotherapeutischen Begleitung!

Welche Empfehlungen gab Frau Dr. Thiel mit auf den Weg???

Achten Sie unbedingt auf krankmachende Alltagsursachen, die bekannter Weise zu Krebserkrankungen führen können (falsche Ernährung, Missbrauch von Alkohol und Nikotin, mangelnde Bewegung, nicht oder schlecht behandelter Diabetes und Bluthochdruck uvm.),vor allem aber gehen Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen und wenn Sie zu den Patientinnen gehören sollten, die bereits eine Brustkrebserkrankung hinter sich haben, dann versuchen Sie, damit positiv umzugehen und Ihr Leben mit Freude zu leben! Nehmen Sie sich wichtig – und nehmen Sie sich Zeit für die Vorsorgeuntersuchung!!!

Weitere Informationen: www.brustgesundheitszentrum-sued.at, www.finab.at (Fit-nach-Brustkrebs), www.frueh-erkennen.at oder www.krebshilfe.net (Österreichische Krebshilfe) im Internet.