MARKTGEMEINDEAMT ANGER
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Rot-Kreuz-Blutspendeaktion

Am Samstag, dem 30.12.2017 findet von 14:00 bis 19:00 Uhr eine Blutspendeaktion bei der Freiwilligen Feuerwehr Anger, Florianiweg 10, 8184 Anger, statt.

14.September 2017: weitere 8 Wohnungen übergeben

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Bauabschnitt 3 fertig gestellt

Mit der "technischen Übergabe" und einem anschließenden Festakt wurden die letzten 8 Wohnungen des "Betreubaren Wohnens im Sozialzentrum Anger" den neuen Mietern übergeben. Leider konnten nicht alle Wohnungen wie geplant bezogen werden, da eine Bewohnerin verstarb und eine weitere durch eine drastische Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes noch vor der Übersiedlung ins Pflegeheim verlegt werden musste.

Mit diesem 3.Bauabschnitt verfügt das Betreubare Wohnen nunmehr über 32 Wohnungen (24 Einzel- und 8 Doppelwohnungen) und bietet damit rund 40 Bewohnern hochwertigen und leistbaren Wohnraum.

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Warten auf die Wohnungen...

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Segnung durch Pfarrer Leitner

Die Feierstunde am 14.September

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v.l.n.r.: VDir. Mag. Christian Krainer (ÖWG), Pfarrer GR Mag. Hans Leitner, Mag. Herbert Ribul, Bgm. RR Hubert Höfler, HR Mag. Herlinde Almer, LR Mag. Christopher Drexler, LAbg. Bgm. Bernhard Ederer, BH HR Dr. Rüdiger Taus

Bgm. RR Hubert Höfler begrüßte die Ehrengäste und verlieh seiner Freude Ausdruck, dass dieses für die Region Anger so wichtige Projekt des Sozialen Wohnens nun gänzlich fertig gestellt wurde und die Marktgemeinde Anger dadurch noch lebens- und liebenswerter gemacht hat. 

VDir. Mag. Christian Krainer (ÖWG) bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Anger, für die von der ÖWG in den letzten Jahrzehnten bereits 188 Wohnungen errichtet werden konnten und zeigte sich "jederzeit zu neuen Schandtaten bereit..."

Mag. Herbert Ribul, der Projektverantwortliche, erläuterte die Hintergründe für die Entsteheung dieses nicht nur vorzeigbaren sondern vielmehr beispielgebenden Sozialprojektes und lud den für die Pflege verantwortlichen Landesrat Mag. Drexler ein, dieses Erfolgsmodell auch in seine zukünftige Sozialplanung aufzunehmen.

Bezirkshauptmann HR Dr. Rüdiger Taus bedankte sich in seinen Grußworten bei der Gemeinde für die Bereitschaft, der Bevölkerung diese wertvollen und hochqualitativen Möglichkeiten zu bieten.
Bei Mag. Ribul bedankte er sich noch einmal für die mehr als 17 Jahre an der Spitze des Sozialhilfeverbandes Weiz, für seine Leistungen für den ganzen Bezirk, die auch 2 Jahre später immer noch nachwirken, für seine unzähligen Visionen, seine Zukunftsplanungen und die Umsetzung unzähliger wichtiger Initiativen und wünschte ihm noch viele "kreative und unruhige" Jahre.

LR Mag. Christopher Drexler bedankte sich für die Einladung zur Übergabe des letzten Bauabschnittes und zeigte sich froh, obwohl er mehrere andere Termine dafür verschieben oder ganz absagen musste doch nach Anger gekommen zu sein und dieses Vorzeigeprojekt kennenlernen zu dürfen. Er beschrieb den von Mag. Ribul aufgezeigten Weg als absolut richtig und zukunftsweisend und gab zu, dass in den letzten Jahren durch einen gewissen "Wildwuchs" eigentlich schon viel zu viele Pflegebetten in den Heimen errichtet wurden statt die Versorgung älterer Menschen nach dem "Vorbild Anger" anders zu denken und zu organisieren und wünschte dem Sozialzentrum noch viel Erfolg.

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Der Bürgermeister bedankte sich - neben den bauausführenden Firmen - auch bei unserer Künstlerin HR Mag. Herlinde Almer und ihrer "Anima-Art"-Malgruppe (Veronika Reisenhofer, Maria Ribul und Trude Übelleitner), die für alle 3 Wohnhäuser großflächige Bilder in den jeweiligen Stockwerksfarben (EG: gelb, 1.OG: rot, 2.OG: grün) gemalt hatten und damit einen wichtigen Beitrag zum Wohlfühlen in den Wohnhäusern erbrachten und überreichte Blumensträuße.

Eine Bläsergruppe der Musikschule unter der Leitung von Mag. Karl Berger untermalte die Feierstunde musikalisch.

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Der Festvortrag zum Sozialzentrum

Mag. Herbert Ribul

Immer mehr Menschen werden immer älter. Damit steigt auch der Bedarf an Hilfestellungen im Alltag bis hin zur Pflege „Rund-um-die-Uhr“. Diese Entwicklung stellt unsere Gesellschaft vor nahezu unlösbare Probleme:

·       wir sind einerseits gefordert, immer mehr Betreuungs- und Pflegeplätze zur Verfügung zu stellen,

·       und wir benötigen außerdem immer mehr Menschen, die diese Hilfe leisten können.

Betrug der finanzielle Aufwand für die Pflege, die zum größten Teil nur in öffentlichen und privaten Pflegeheimen erbracht werden konnte zum Start des neuen Sozialhilfegesetzes im Jahr 1998 noch rund 8 Millionen Euro, so kostet diese Pflege knapp 19 Jahr danach weit mehr als 30 Millionen Euro, also fast das Vierfache.

Nach dem Wegfall des Angehörigenregresses und bei Entfall der bisherigen Eigenleistungen muss die öffentliche Hand, also das Land und die Gemeinden diese Kosten zur Gänze tragen.

Die Frage, ob wir uns dieses System noch lange leisten können stellt sich schon bald nicht mehr…

Die zweite Frage für mich ist, ob wirklich alle älteren Menschen, die auf fremde Hilfe in der Bewältigung ihres Alltags angewiesen sind tatsächlich das hochqualitative und dementsprechend teure  Leistungsangebot eines Pflegeheimes benötigen???

Wir haben in den letzten Jahrzehnten in unseren Pflegeheimen enorm viel in qualifiziertes Personal und Infrastruktur investiert, unsere Pflegeheime sind vielfach schon bald Kombinationen aus 4-Stern-Hotels und abgespeckten Krankenhäusern, die alles bieten und alles können, was Menschen in gewissen Situationen brauchen.

Auf Grund der demografischen Entwicklung wird uns vorgerechnet, wie viele Pflegeplätze wir in den nächsten Jahrzehnten noch zusätzlich benötigen werden… Aber löst das wirklich all unsere Probleme???

Wenn man wie ich jahrelang als Eigentümervertreter der 3 größeren Heime im Bezirk in Pflegeheimen aus und ein gegangen ist und miterleben musste, wie schnell die Menschen dort – trotz der besten Pflege – nur durch das Herausgerissenwerden aus ihrer gewohnten Lebensumgebung, durch soziale Isolation, durch das Vergessenwerden verkümmern, dann hatte ich immer das Gefühl, dass wir Jüngeren diesen Menschen einfach Alternativen schuldig sind.

Die Anforderung, eine wohnortnahe, leistbare, altersgerechte Wohnmöglichkeit mit einem Betreuungsangebot zu schaffen, auf das man jederzeit zurückgreifen kann, was heute „neudeutsch“ als „on demand“, also „auf Wunsch“ oder „bei Bedarf“ bezeichnet würde führte bei mir im Jahr 2000 zuerst zur Idee des „Betreuten“ und dann 2006 des „Betreubaren“ Wohnens.

Vom reinen Wohnen her handelt es sich um das selbe Angebot, allerdings wurde das „Betreute“ Wohnen durch gesetzliche Auflagen derart eingeschränkt, verkompliziert und teuer, dass es – vor allem im ländlichen Raum – nur sehr schlecht angenommen wird.

Der Begriff „Betreutes“ Wohnen impliziert bei den Bewohnern das Gefühl, man würde rund um die Uhr betreut, vielfach wird in die Betreuung auch das Angebot medizinischer Pflege hineinprojiziert.

Das alles stimmt aber so nicht und war auch nie so gedacht!!!

Sprach man anfangs noch davon, dass für das Entgelt für diese Betreuung, das derzeit schon fast € 300 pro Monat ausmacht, zumindest während der Büro- und Geschäftszeiten „immer jemand da sei“, dann sind im letzten Entwurf schon nur mehr 38 Stunden pro Monat vorgesehen, davon „tunlichst“ jeweils 1 Vormittag und 1 Nachmittag wöchentlich.

Da kann doch wohl von „Betreuung“ nicht mehr ernsthaft gesprochen werden. Das ist ein besserer – teuer bezahlter – Besuchsdienst…

„Betreubar“ heißt im Fall unseres „Projektes Sozialzentrum Anger“:

Alle allenfalls benötigten Leistungen zur Betreuung oder Pflege werden – wie im SHG vorgeschrieben – durch die Gemeinde per Vertrag mit dem Träger der Hauskrankenpflege, der in unserem speziellen Fall ein Verein unter dem Dach des SMP ist - bereitgestellt und können jederzeit in Anspruch genommen werden, Kosten fallen allerdings nur im Fall der Inanspruchnahme an!!!

Dieses Angebot umfasst medizinisch-pflegerische Leistungen durch die Hauskrankenpflege ebenso wie Hilfsdienste durch die Heimhilfen, das „Essen-auf-Rädern“, eine Seniorentagesbetreuung durch geschulte Altenfachkräfte bis hin zum Besuchs- und Begleitdienst durch die Mitglieder des Hospizdienstes.

Und das ohne ständige fixe Basiskosten!!!

Mit dem heute übergebenen 3.Bauabschnitt bieten wir 40 Menschen aus Anger und Umgebung in 32 Seniorengerechten, barrierefreien und zweckmäßig eingerichteten Wohnungen eine wohlverdiente und leistbare Wohnversorgung für ihren „vorletzten“ Lebensabschnitt.

Für viele ist es wohl auch der letzte, da bedauerlicherweise seit der Ersteröffnung des Sozialzentrums zwar schon 3 unserer Bewohner verstorben sind, aber bisher noch keiner seine Wohnung gegen ein Zimmer im Pflegeheim tauschen musste…

Meine Vorgabe, dass sich einfach JEDER diese Art von Wohnung leisten können muss ließ sich perfekt umsetzen, da die Ausgaben von knapp mehr als € 320,- für eine Einzel- und rund € 420,- für eine Zweipersonenwohnung inklusive Heizung und Betriebskosten sogar für Mindestrentner leistbar sind.

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit unserem Bauträger ÖWGes, der Möglichkeit der langfristigen Refinanzierung und der großzügigen Unterstützung durch die Wohnbauabteilung des Landes war es möglich, diese Wohnungen so günstig zur Verfügung stellen zu können.

Wir haben hier ein Sozialprojekt entwickelt und umgesetzt, das nicht nur vorzeigbar, sondern Beispiel gebend ist und laden Sie, geschätzter Herr Landesrat ein, es auch in ihre Sozialplanung als Modell zu übernehmen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, mit unseren Mietern Gespräche zu führen, können Sie sich vom hohen Zufriedenheitsgrad selbst überzeugen und die nicht enden wollende Warteliste auf weitere Modellwohnungen in der Marktgemeinde spricht für sich!

So manche der derzeitigen 40 Mieterinnen und Mieter würden vielleicht heute schon in einem unserer Pflegeheime hervorragend betreut und bei Kosten von € 3.000 bis € 4.000 zu Lasten der öffentlichen Hand wohnen…

…und sie wohnen dennoch hier – nach wie vor eigenständig, selbstbestimmt und ohne soziale Isolation. Und die Kosten für die öffentliche Hand sind abzüglich verzinster und rückzahlbarer Förderungen: gleich Null!!!

Ich freue mich, dass mein langjähriger Traum in diesem Sozialprojekt Erfüllung fand und wünsche allen Mieterinnen und Mietern viele zufriedene Jahre in Gesundheit in ihren Wohnungen und uns Mut für neue Initiativen!     

Ein herzliches steirisches „Glück auf!“